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24. BERLINER MÄRCHENTAGE 2013

»IN 18 TAGEN UM DIE WELT«
Märchen und Geschichten aus der Frankophonie
7. bis 24. November 2013

Ce qui n’est pas clair n’est pas français.
Was nicht klar ist, ist kein Französisch.
Antoine de Rivarol (1783)

Es war einmal ein König, der hieß Franz. Genauer genommen hieß er Franz I., denn es hatte vor ihm in seinem Land noch keinen anderen Franz gegeben. Er war ein schlauer König und mochte keine komplizierten Angelegenheiten. Deshalb beschloss er eines Tages, dass alle gebildeten Menschen in seinem Reich es einfacher haben sollten, wenn sie ihm oder einem seiner Diener schreiben wollten. Er befahl in einem langen Text, der von Boten überall vorgetragen wurde, dass von nun an alle Briefe, Urkunden, Gesetze und überhaupt alle Schriftstücke in seinem Reich nicht mehr in der Sprache der Kirche, dem Lateinischen, oder anderen Regionalsprachen, sondern nur noch in Franz‘ eigener Sprache geschrieben werden sollten – dem Französischen.

Das alles geschah vor fast 500 Jahren, aber es ist noch heute wichtig für uns. Denn mit dem sogenannten „Edikt von Villers-Cotterêts“ wurde Französisch 1539 zur offiziellen Amtssprache in Frankreich. Das war die Geburtsstunde einer Weltsprache. Von Frankreich aus wurde das Französische auf verschiedenen Wegen in die ganze Welt getragen. Heute sprechen etwa 220 Millionen Menschen weltweit Französisch. All diese Menschen formen zusammen die sogenannte „Frankophonie“. Seit 1970 existiert auch eine politische Organisation, die sich später „Internationale Organisation der Frankophonie“ (OIF), oder nur kurz „Die Frankophonie“ nennen sollte. Vielfältig sind die Verbindungen und Netze, die die französische Sprache in den letzten 500 Jahren begründet hat. Zusammen mit der Sprache kam, ausgehend von Paris, auch eine ganze Kultur an Europas Höfen an, wie man auch an einigen preußischen Schlössern wie beispielsweise Sanssouci noch heute sehen kann. Nicht zuletzt die Hugenotten bereicherten die preußische Lebenswelt mit ihrer Kultur.

Märchenland feiert 2013 die Schönheit und die Ausdrucksstärke der französischen Sprache und widmet deshalb die 24. Berliner Märchentage dem frankophonen Sprachraum weltweit. Neben den europäisch-französischen wird es auch Märchen aus vielen anderen Regionen geben. Gedanklich werden wir nach Afrika reisen, von wo Geschichtenerzähler zu uns kommen, die sogenannten Griots, die uns uralte Epen überliefern. Auch die nordafrikanische und die arabische Welt sind eng mit der Frankophonie verknüpft. Vor unseren Augen entstehen Bilder von Nomaden mit Kamelen, Oasen und prächtig geschmückten Prinzessinnen; der Duft von honigsüßen Datteln und Minztee scheint uns zu umgeben. Weiter reisen wir über ferne Ozeane, wo aus Haiti, aber auch von den Seychellen fremdartige und farbenfrohe Märchen von klugen Kindern und gerissenen Affen und Hasen zu uns dringen. In Vietnam und Laos kommen wir vorbei. Auch nach Nordamerika soll es gehen: Mit Märchen und Erzählungen aus Frankokanada gleiten wir wie mit dem Pferdeschlitten durch die schneebedeckte Wildnis und hören von rauschenden Festen, von der Jagd und von altem Aberglauben.

An 300 Orten in Berlin und Umgebung werden 800 Veranstaltungen Klein und Groß mit Märchen aus allen Regionen der Welt verzaubern. Bibliotheken, Buchhandlungen, Schulen, Konzert- und Theaterhäuser, öffentliche Verwaltungen und Botschaften öffnen ihre Türen für einen unsagbaren Märchenschatz. Die Schirmherrschaft der Berliner Märchentage übernimmt traditionell der Regierende Bürgermeister von Berlin – Klaus Wowereit – sowie in diesem Jahr die BotschafterInnen von Frankreich – Maurice Gourdault-Montagne, von Kanada – Marie Gervais-Vidricaire (designiert), von Togo – Essohanam Comla Paka und von Kambodscha – Widhya Chem.

Für diese märchenhafte Reise um die Welt wünscht MÄRCHENLAND: „Bon voyage!“

Eines Tages wollte der König
seine Schwiegersöhne auf die Probe stellen.
Er gab vor, erkrankt zu sein und
forderte für seine Heilung die Milch einer Löwin.

(aus Algerien)

 

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Gestiefelter Kater © Akces Dance

Foto: © Akces Dance

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